Interview mit Reggie Lee

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Interview mit Reggie Lee

Beitrag von Hyndara am Mi März 05, 2014 12:56 pm

Anmerkung: Es hat mich sechs Stunden gekostet, dieses Interview zu uebersetzen, und ich gebe zu, stellenweise habe ich Reggies Antworten ein wenig gekuerzt und sehr oft ins Reine geschrieben. Ich hoffe trotzdem, euch damit einen Gefallen getan zu haben Smile.

Fuer wie wichtig haelst du es, dass jemand nicht die ganze Wahrheit kennt?
Reggie: Darueber laesst sich streiten. Bisher war das ein Gespraechsthema zwischen den Produzenten, mir und dem Publikum. Aber ich denke auch, es ist eine Frage der Balance. Deshalb haben die Autoren auch so lange gewartet. Und wer weiss, was jetzt passieren wird? Wenn jeder Bescheid weiss, dann ist das ganze keine grosse Sache mehr. Wenn niemand wirklich wuesste, was bei Grimm vorgeht, waere die Serie komplett wirr. Ich meine, es gab Serien wie Buffy, da wussten irgendwie alle, worum es ging. Sie hatten ein Problem und jeder wusste, was er zu tun hatte, um zur Loesung beizutragen. Bis jetzt war es Grimm eben so, dass nicht alle Beschied wussten. Und wer weiss, wieviel Wu herausfinden wird und wohin die Autoren damit gehen wollen? Ich meine, wenn alle wuessten, was los ist, dann wuerden sie einfach nur die Verbrechen der Woche loesen und versuchen, das Geheimnis um die Wesen fuer die breite Masse zu verschleiern. Das ist dann nicht mehr die gleiche Balance. Aber mit dieser Folge jetzt, da wird was passieren, und wir werden sehen, wohin dieses Ereignis fuehren wird.

Wu sieht also endlich etwas, und dieses etwas scheint mit dem uebereinzustimmen, was seine Grossmutter ihm als Kind erzaehlt hat. Was wird daraufhin mit ihm passieren? Und handelt es sich bei dem Monster um eine echte philippinsche Legende?
Reggie: Ja, es ist basierend auf einer realen Legende. Um genau zu sein, die Autoren fragten mich, ob ich irgendwelche philippinischen Legenden und Maerchen kennen wuerde. Ich fragte nur, wieviele Legenden sie brauchten. Dann machte ich eine Liste. Auf dieser Liste befand sich auch der Aswang, der eine der populaersten philippinischen Legenden ist. Als Kind bin ich mit dieser Geschichte aufgewachsen, und das war wirklich ... ich meine, ich hatte wirklich Agnst vor dem Aswang. Er ist wirklich sehr, sehr bekannt auf den Philippinen. Aber ab einem bestimmten Punkt realiziert man, es ist wie mit dem Weihnachtsmann, es ist nicht real. Wenn ich jetzt in die Rolle des Wu hineindenke ... also er sieht etwas, von dem er dachte, es sei nur eine Legende. Wie will er das erklaeren? Zu wem kann er gehen? Zu niemandem. Also versucht er, allein damit klar zu kommen. Die Sache ist nur, warum hat keiner ausser Wu das Monster gesehen?

Ich weiss, manchmal ist es fuer die Schauspieler nicht wirklich lustig, wenn ihr Charakter derart umgeschrieben wird, aber du hast das gut ruebergebracht. Es hat wirklich Spass gemacht, sich die Folge anzusehen.
Reggie: Es war anders als ueblich, und ich freue mich wirklich ueber deine Worte. Es hat mir naemlich wirklich Sorgen gemacht, ob ich das ganze auch glaubhaft rueberbringe. Ich meine, Wu ist bekannt fuer seinen Sarkasmus und auch seinen schwarzen Humor, und dann kommt ploetzlich sowas. Wie zum Kuckuck soll er darauf reagieren? Dann liest du das Script, du fuehlst dich in die Szenen ein, du probst und schliesslich wird gedreht und zum ersten Mal ist Wu nicht Herr der Lage, er kann mit der Situation nicht umgehen. Das ganze war eine Herausforderung, aber ich habe sie gern angenommen und es ist ein tolles Gefuehl, dass das auch von anderen so gesehen wird.

Wie hast du dich vorbereitet?
Reggie: Silas und ich sind fuer ueber 10 Jahre zum gleichen Schauspiellehrer gegangen. Wir haben zusammen studiert. Bevor wir begannen fuer Grimm zu arbeiten, hatten wir gerade eine Szene einstudiert gemeinsam. Als wir dann also beide in dieser Serie landeten war das wirklich toll fuer uns beide. So, wie ich mich vorbeirete. Um genau zu sein, es gibt kein Ritual oder so, nichts festes, eingefahrenes, kein Handbuch oder aehnliches. Wenn ich mich auf eine Rolle vorbereite, dann tue ich das, indem ich mich in den Charakter und die Situation hineinversetze. Ich stelle mir alles so genau wie moeglich vor. Als ich also dieses Script bekam, las ich es, machte mir meine Anmerkungen, ging nach Hause und stellte mir fuer ca. 100 Stunden vor, was da passiert bevor es ueberhaupt zum Dreh kam. Und das geht ungefaehr so, wie bei einem Kind. Als Kind sitzt du da und starrst die Schranktueren an und sagst dir, das In dem Schrank ein Monster ist. 10 Minuten spaeter glaubt das Kind, dass da ein Monster in seinem Schrank sitzt, es ist ueberzeugt davon. So muss man sich auf so eine Rolle vorbereiten, man muss sich selbst davon ueberzeugen, dass das, was nicht da ist, doch real ist. Du sitzt also zu Hause und stellst dir vor, was da passiert, solange bis du es schliesslich verinnerlicht hast. In diesem Fall dauerte es fuer mich ca. 100 Stunden. Dann ging ich zum Dreh und ... ich hoffe wirklich, es wird den Fans gefallen.

Hast noch andere philippinische Legenden, die du gern umgesetzt sehen wuerdest?
Reggie: Ja sicher. Es gibt so viele Legenden, die ich mag! Was ich gern umgesetzt sehen wuerde ... das waere zum Beispiel die Legende von manananggal. Das Monster ist so aehnlich wie ein Aswang, aber es ist eher menschlich und kann sich teilen und fliegen. Das ist auch eine sehr populaere Legende. Oder die White Lady, die ist sehr aehnlich zu der La Llorona-Legende, die wir ja in Staffel 2 hatten. Irgendwie komisch, wie aehnlich sich diese Mythen sind ... richtig international. Und irgendwie ist es gruselig, das jetzt fuers Fernsehen umgsetzt zu sehen. Aber sie koennten definitiv daraus eine Folge machen, ja. Vielleicht in Staffel 10 oder so ...

Ich habe meinen Fernseher angeschrien am Ende der Folge.
Reggie: Kann ich mir vorstellen. Ein paar Leute, die das Vorab-Screening gesehen haben, sind zu mir gekommen und haben mich gefagt, wie ich mich bei diesem Ende fuehle. Und soviele waren traurig. Ich muss sagen, als ich das Script las und wir dann mit dem Dreh begannen ... ich weiss nicht, ich dachte, Wu wuerde anders reagieren als er es dann tun wird.  Andererseits, diese ganze Staffel ist anders, schon seit Anfang an. Und ich wusste auch lange, dass das auf Wu zukommt, also konnte ich mich vorbereiten. Und das musste ich auch tun, denn was passiert wird noch Auswirkungen auf spaetere Folgen haben.

In dieser Folge bekommt Wu endlich einen Vornamen. Wie fuehlst du dich damit? Ich weiss, du wolltest gern Lou fuer ihn haben ...
Reggie: Am Ende war es Aufgabe der Autoren, einen Namen zu bestimmen, und die Autoren mussten sehen, auf welchen Namen ein copyright liegt. Es passiert so oft, dass die Namen, die du gern haettest, nicht frei sind und du dich mit einem anderen begnuegen musst. Aber ich mag diesen Vornamen. Ich meine, klar, es ist nicht, was ich mir vorgestellt habe, aber es haette schlimmer kommen koennen.

Wenn du statt dessen herausgefunden haettes, dass du ein Wesen bist, was waerst du gern"
Reggie: Ein Wiesel. Ich hab schon immer gesagt, ich waere gern ein Wiesel. Interessant ist, dass die Autoren rumgescherzt hatten, dass Wu ein Beuteltier sei.

Ihr habt dieses tolle Makeup-Department. Hast du je die Chance, frueh herauszufinden, wie das Monster der Woche aussehen wird?
Reggie: Nein, leider nicht. Um genau zu sein, waehrend ich mich auf 3.14 vorbereitete fragte ich, ob ich vielleicht ein Bild bekommen koennte per Mail oder so, damit ich mir besser vorstellen koennte, womit ich es zu tun bekommen wuerde. Was bekam ich? Eine Zeichnung, eine Zeichnung des Koerpers, sehr grob und ohne Farben und so. Ein Entwurf, das wars. Dann wurde ich gefragt, ob es das war, was ich mir vorgestellt hatte. War es nicht. Aber was man sich da ausgedacht hatte im Art-Department war so viel besser als das, was ich mir vorgestellt hatte, ehlrich es war anders, aber es war viel besser! Ich hatte immer geglaubt, diese Kreatur sei mehr wie eine Frau, aber eben mit dieser langen Zunge. Aber was sie sich da ausgedacht haben ... grauslig aber gut!

Alle diese Legenden, all die Wesen, die Hintergrundgeschichten und alles, zusammen. Ich habe diese Staffel immer wieder das Gefuehl, dass ihr auf etwas bestimmtes zusteuert. Wie ist es fuer euch, wenn ihr die Scripte lest? Seid ihr vorangekommen seit Staffel 2?
Reggie: Sicherlich. Am Anfang der Staffel gab man uns fuenf Scripte, die Autoren waren also fuenf Folgen vor uns, ehe wir ueberhaupt mit dem Dreh begannen. Als Schauspieler ist es klasse, soviel Material zu haben, mit dem man arbeiten kann. Man kann sich richtig vorbereiten, die Texte lernen, sich alles genau vorstellen. Gerade fuer David und Russell, die wirklich jeden Tag arbeiten muessen, ist das eine tolle Sache, soviel Material vorneweg zu haben und zu wissen, was auf sie zukommt. Was ich persoenlich toll finde diese Staffel, ist dass die Schreiber sich entschieden haben, wirklich auf internationaler Ebene zu agieren mit der Storyline in Europa und auch mit all den verschiedenen Maerchen und Legenden, die diese Staffel behandelt werden. Grimm hat eine sehr internationale Fanbase, und ich denke, es ist fuer jeden Fan ein besonderes Erlebnis, wenn er eine Legende oder ein Maerchen in der Serie wiedersieht. Ich meine, man nehme den Aswang, eine philippinische Legend.e Wie oft sieht man philippinische Folkore im Fernsehen? Nie! Aber Grimm macht es moeglich. Und es war fuer mich besonders klasse, dass ich Teil davon bin und den Philippinos in und um Portland mitteilen konnte, was da kommen wuerde. Ich hoffe also, dass da noch mehr kommen wird, und dass noch mehr Laender daran beteiligt werden.

Ich muss sagen, das Ende der Folge ist wirklich hart und liess mich traurig zurueck. Es wird eine harte Woche, bis man dann den Rest sehen kann.
Reggie: Oh mein Gott! Ich liebe diese Rolle! Ehrlich, ich wuerde sonst nicht so viel und hart arbeiten, wenn ich Wu nicht moegen wuerde. Und diese Meinungen zu hoeren von denen, die die Folge vorweg haben sehen duerfen, all dieses Feedback zu bekommen, das macht mich wirklich gluecklich. Gerade fuer die, die Wus Reise so lange mitverfolgt haben. Nein, nicht nur Wus Reise, die ganze Serie. Das macht mich gluecklich und so dankbar. Danke, Vickie, danke fuer deine Worte!

Um beim Thema zu bleiben: Wir werden jetzt also mehr von Wu sehen, mehr ueber ihn erfharen. Diese eine Folge ist ja nicht das Ende des Storybogens, die Geschichte noch nicht vorbei. Es wird also von jetzt an auch mehr auf Wu fokussiert? Erst einmal fuer noch ein oder zwei Folgen, denke ich. Aber wie geht's dann weiter? Hat man schon weitere Ideen fuer weitere Arcs fuer Wu? Werden die Zuschauer mehr ueber ihn und sein Privatleben erfahren?
Reggie: Wu ist ein kluger Junge. Das wird noch mehr kommen. Wir drehen jetzt gerade Folge 19, ihr habt gerade Folge 14 gesehen. Also, da wird noch einiges passieren. Auch mit Wu. Gerade fuer diejenigen, die sich jede Folge ansehen, wird es noch einiges zu sehen geben. Es wird immer wieder kleine Szenen und andeutungen geben in Bezug auf Wu. Wird das, was passiert, ihn veraendern? Ja, definitiv. Und er wird daran lange zu knabbern haben, vielleicht bis zum Ende dieser Staffel, wer weiss? Aber er ist immer der alte, und er ist klever. Also wird er seine eigenen Schluesse ziehen, eigene Betrachtungen machen und eigene Fragen stellen.

Es war eine interessante Veraenderung, die mit Wu vorgegangen ist. ER war nicht mehr wirklich er selbst am Ende der Folge. All sein ueblicher Sarkasmus war verschwunden. Um darauf zu sprechen zu kommen. Wie kommst du damit zurecht? Bist du selbst sarkastisch?
Reggie: Das ist als wenn man die Boesewichter spielt. Ich sehe sie nie als wirklich boese, sie machen eben nur ihren jeweiligen Job. Oder, Beispiel Boesewicht, Claire. Sie ist vermutlich der netteste Mensch auf der ganzen Welt und spielt eine der wirklich boesen Maedachen bei Grimm. Das ist einfach ... du kannst Dinge tun, auf der Buehne oder vor der Kamera, die du nicht im realen Leben tun wuerdest. Ich sehe mich selbst nicht als sarkastisch, nein. Vielleicht denken Leute, die mich kennen, dass ich es waere, aber ich selbst sehe mich nicht so. Wu ist, wie ich manchmal gern waere mit seinen sarkastischen und trockenen KOmmentaren. Ich kann das richtig geniessen, weil ich gern so waere. Da muss ich sagen, ich bewundere die Autoren, die kommen schliesslich mit all den Spruechen daher. Ich bin jetzt vertrauter mit Wu, er ist ein Teil von mir geworden nach drei Jahren. Aber sarkastisch? Nein, bin ich nicht.

In dieser Folge ist die Frau, die Wu mag, ja verheiratet. Aber wird da vielleicht doch noch was kommen fuer ihn? Ich meine, wird er vielleicht jemanden kennenlernen und romantische Gefuehle entwickeln?
Reggie: Sicher will ich das fuer Wu! Um genau zu sein, ich werde immer wieder gefragt, ob ich in einer Lovestory mitspielen wuerde, und ja, das ist wirklich auf meiner Liste der Dinge, die ich gern einmal drehen wuerde. Wir haben alle diese vorgegebenen Pfade in der Serie, jeder hat seinen Weg zu gehen. Und sie brauchen, um die Serie in Balance zu halten, eben sowohl Paare wie auch Singles. So wie es mit den Leuten steht, die ueber Nick Bescheid wissen, und die eben nicht von seiner Begabung wissen. Vor einer Weile hat man mir gesagt, dass Wu sowas wie Undatebar sei, eine Katastrophe, wenns um Frauen geht. Aber das war frueher, und ich hoffe wirklich, sie ueberdenken das vielleicht nochmal. Darum bleibe ich auch lieber vage bei dieser Frage, ich weiss es einfach nicht. Wenn die Autoren sich bereit fuehlen und willig sind, dieses Taboo um Wu zu brechen, dann werden sie es tun. Und sie sind definitiv nicht zu feige, es nicht zu tun. Also, wer weiss, was die Zukunft fuer ihn bereit haelt.

Kannst du uns sagen, wohin es fuehren wird? Wird Wu herausfinden, dass es da draussen diese Welt voller Wesen gibt? Und falls ja, wie wird ihn das veraendern?
Reggie: Ich denke ... es hat einen Funken in ihm zum Gluehen gebracht. Und seine Reaktion ist sehr verschieden, wenn man sich die Reaktionen der anderen in Erinnerung ruft. Am Ende ist es etwas, von dem er bereits gehoert hat, das zu seiner eigenen Folkore gehoert. Man muss verstehen, die Philippinen sind ein Inselstaat, und das Leben dort ist anders gewichtet als hierzulande. Viele haben dort Zeit, fuer sie sind diese Geschoepfe real, weil sie viel ueber sie reden, ueber sie nachdenken und irgendwie auch mit ihnen leben. Der Unterschied fuer Wu ist, er hat dieses Wesen gesehen, nicht nur davon gehoert. Und das wird ihm noch eine Weile zu knabbern geben. Wie er sich am Ende entscheidet, ob er tiefer in den Kaninchenbau hineinkriecht oder es doch lieber bleiben laesst, das wird sich zeigen. Er wird auf jeden Fall Hilfe erhalten, aber nicht von der Person, die jetzt vermutlich jeder im Hinterkopf hat.

Es sieht aus, als wuerde jetzt das Royal-Baby geboren werden. Zur Info, ich habe die Folge jetzt nicht gesehen, kann dazu also nichts sagen. Nur, wird die Geburt wirklich Auswirkungen auf die Hauptcharaktere haben?
Reggie: Soweit ich das sagen kann, ja, es wird Auswirkungen haben. Ich meine, ich bin jetzt nicht in diesem Storybogen, aber ich lese die Scripte und auch die Szenen der anderen. von daher, es wird ein komplettes Chaos werden, wenn das Kind auf die Welt kommt. Die einen sind darauf vorbereitet, die anderen nicht. Und das Baby hat bereits Faehigkeiten, und beeinflusst damit andere. so, es wird jeden einzelnen Charakter an irgendeinem Punkt treffen.

Die Liebesgeschichte zwischen Rosalee und Monroe ist so maerchenhaft und suess gewesen, bis dann Monroe's Eltern in Portland aufgetaucht sind und alles irgendwie auseinanderzufallen schien. Kannst du uns darueber vielleicht etwas sagen? Irgendeinen Hinweis, wie es mit den beiden weitergeht?
Reggie: Die Autoren planen fuer uns, und sie machen es uns nie leicht. Fuer sie ist es lustig, es fuer unsere Charaktere so schwer wie moeglich zu machen, ans Ziel zu gelangen. Es wird also auch nicht einfach fuer Monroe und Rosalee. Was die Eltern angeht ... das wird eine lustige Geschichte! Ich meine, die Eltenr, die mischen wirklich die Sache nochmal richtig auf, andererseits ist das erst der Anfang. Und Silas und Bree, die beiden sind wirklich dicke Freunde, und sie arbeiten so hart an ihren Charakteren. Ehrlich, ich liebe die beiden! Wenn sie wieder eine pikante Szene zu spielen haben, dann texten sie mir, und ich texte zurueck: "Macht das! Ihr seid so grossartig! Ihr schafft das!" Ehrlich, die beiden waren so gluecklich, als sie das ganze Script in den Haenden hatten, und ich mit ihnen. Das zeigt auch, wie eng wir alle befreundet sind. Eine grosse, glueckliche Grimm-Familie ...

Da du die Autoren auf dieses Monster (den Aswang) aufmerksam gemacht hast, wie surreal kam es dir vor, dem Schrecken deiner Kindheit zu begegnen?
Reggie: Sehr! Ehrlich, als ich das Rendering der Kreatur das erste Mal auf dem Bildschirm sah, war ich dermassen erschrocken, dass ich ein paar Tage lang Angst allein zuhause hatte. Ich wollte das Monster nicht sehen bevor ich es eben waehrend der Dreharbeiten zu sehen bekam, also arbeiteten die CGI- und Makeup-Leute um mich herum. Es war schwer genug, allein mit der Vorstellung zu arbeiten. Als ich es dann sah, war ich absolut geschockt! Aber in einem positiven Sinne.

Gibt es Szenen, bei denen du dich erschreckst? Ich denke, spaetestens in dieser folge, oder?
Reggie: Ja, gibt es. Da war diese eine Folge, ich glaube in Staffel 2, da wurden Leute von einem Monster getoetet, indem es die Koerper in der Mitte durchschnitt. Da musste ich dann hin, weil Wu als erster am Tatort war, und habe dann die Leichen gesehen. Das Makeup-Team macht so unglaublich realistische Arbeit and diesen Props und Prostetics, du glaubst wirklich, dass ist eine echte Leiche.

Hattest du die Moeglichkeit, auf die Philippinen zu reisen, seit du bei Grimm arbeitest? Welche Art von Feedback bekommst du von dort, und von Filipino-Americans? Es gibt nicht viele philippinischen Schauspieler in den USA, noch weniger, die man auf woechentlicher Basis im Fernsehen sehen kann. Und ganz zu schweigen davon, dass philippinische Legenden als Stoff fuer eine Fernsehserie verwendet wird hierzulande. Kannst du uns ein bisschen darueber erzaehlen?
Reggie: Es macht mich stolz, dass ich die Filipinos hier vertrete. Meine Tante und mein Onkel sind zurueckgegangen auf die Philippinen, also, ich habe Familie dort. Aber ich, nein, wir verliessen das Land, als ich 10 war. Seitdem war ich nicht mehr dort. Ich wuerde gern zurueckkehren, keine Frage, es hat sich bisher nur nicht ergeben. Und wenn ich jetzt mit meinen Verwandten dort spreche, dann hoere ich immer: "Reggie, du musst unbedingt herkommen! Grimm ist so eine grosse Sache hier, und alle sind so stolz auf dich." Ich habe erst vor kurzem mit meinem Vater darueber gesprochen und ihn gefragt, ob er gern zurueckkehren wuerde. Er meinte ja, wuerde er, aber er habe seine Prioritaeten, und da sei eine Rueckkehr im Moment eben nicht das dringendste. Ich aber, doch, ich wuerde sehr, sehr gern zurueckgehen, vielleicht schaffe ich es waehrend der kommenden Pause, wer weiss? Ich bin auf jeden Fall stolz darauf, mit meinem Erbe Teil von etwas zu sein wie Grimm. Ich meine, die Philippinen sind so ein kleines Land, besser Inseln. Um die 7.000 Inseln, viele davon zu klein, um bewohnt zu werden. Und dann kommt eine Serie wie Grimm und ploetzlich sind die Philippinen, all diese kleinen Inseln, international bekannt. Das macht mich stolz, auch weil ich weiss, fuer viele Filipinos ist das ein Traum, gerade mit dem Medium Fernsehen, was im Endeffekt groesser ist als Film, zu arbeiten. Was mich vor allem freut ist, das unsere Produzenten zu mir kamen, ich ihnen drei Legenden gab und sie eine davon benutzten. Brenna Kouf hat die Folge geschrieben, und sie hat wirklich tolle Arbeit geleistet. Als ich das Script das erste Mal las, war ich geruehrt. Es gibt Wu so viel Platz zu wachsen und zu zeigen, wo er eigentlich herkommt.

Wird es eine Romanze fuer unseren guten Sergeanten geben in naher Zukunft?
Reggie: Darueber muss ich wirklich mit den Autoren reden. Ich weiss, dass sie ihre Vorlieben haben, und Charaktere, die Single bleiben sollen, so wie andere eben von vorn herein Paare sind. Es macht einen Teil der Balance der Serie aus, keine Frage. Aber die Autoren sind auch bereit, hier und da ein bisschen zu riskieren in letzter Zeit. Und ich denke wirklich, Wu haette es verdient ...

Wie lange wuerdest du Grimm geben? Wieviele Staffeln soll die Serie bekommen?
Reggie: Ach Herrje! Ich denke, am Ende kommt es auf die Produzenten an, und darauf, wie lange sie geplant haben. An fuer sich koennte Grimm sicherlich ohne Probleme 13 Staffeln lang laufen, kein Problem. Es gibt Serien wie Law & Order, die unendlich laufen, dann gibt es andere wie Lost, die ein Ende vorprogrammiert haben. So, es kommt darauf an, was die Autoren und Produzenten planen. Persoenlich glaube ich, Grimm kann lange durchhalten. Es gibt noch viele Wesen in Portland zu entdecken.

Wenn du einen anderen Charakter spielen koenntest, wer wuerde das sein?
Reggie: Keine Frage, Adalind! Ehrlich, kein Scherz! Ich meine, es macht soviel Spass den Boesewicht zu spielen, und ich weiss, Claire hat einen Haufen Spass. Was ich gut finde an der Art, wie Grimm geschrieben ist, ist dass es eine Menge Grauzonen gibt. Es ist nicht alles schwarz oder weiss. Klar, es gibt die Guten und es gibt die Boesen. Aber dazwischen gibt es Schattierungen, moralische Dilemma, und fragwuerdige Entscheidungen. Darin ist Grimm sehr stark. Was die Boesewichte angeht ... ich meine, jeder versucht immer gut zu sein sein. Jeder hinterfragt sich selbst: "War das jetzt richtig? Bin ich ein guter Mensch?" Und dann kommt jemand wie Adalind und wirft dieses ganze Konzept ueber den Haufen. Mal abgesehen davon, hey, ich haette ein Kind zu gebaeren! Ich koennte mich besser in Frauen einfuehlen ...

Koenntest du uns ein bisschen mehr darueber erzaehlen, wie du in die Rolle des Wu geschluepft bist? Und wie siehst du selbst seine Entwicklung?
Reggie: Der haerteste Teil fuer mich war, dass es am Anfang schlicht nichts gab. Man muss verstehen, je mehr Seiten Dialog man im Script hat, desto besser kann man einen Charakter daraus formen. Fuer Wu gab es aber keine Seiten, es gab nur ein paar vereinzelte Saetze. Ich stand also ganz am Anfang mit ihm und wusste nichts. Dann aber ueberlas ich nochmal eine Szene. Diese Szene im Piloten, in der Nick, der gerade ein Wesen morphen sieht, in Wu hineinrennt. Und Wu gibt Nick einen Spruch als: "Haette ich das gewusst, dann haette ich heute meine Airbags an." Als ich das las war fuer mich klar, Wu ist sarkastisch. Also begann ich Nachforschungen anzustellen, wie Sarkasmus entsteht. Und ich fand heraus, das Menschen, die eben sarkastisch sind, auch sehr unsicher sind. so, warum sollte Wu also unsicher sein? So begann ich meine Arbeit am Charakter und die Autoren halfen mir mit ihren One-Linern, langsam den Charakter mehr Lebne einzuhauchen. In Staffel 2 erfuhr man dann, dass Wu gut in Videospielen ist und Fantasy liest. HImmel, ich war gluecklich ueber alles, was ich an Hintergrund fuer ihn kriegen konnte, sein Apartment, die Einrichtung, ja selbst als ich die Sofafuellung habe essen muessen, half mir das. Und dann kommt dieser Boost, diese Folge, sie wird am 07.03. ausgestrahlt, in der es eben hauptsaechlich um Wu geht. und ehrlich, das fuehlte sich an wie Weihnachten fuer mich! So viel Material, mit dem ich arbeiten konnte! Soviel ueber Wus Hintergrund, seine Gefuehle, seine Verletzlichkeit. Klar, gewisse Dinge sind immer noch nicht geklaert, aber es wird wirklich ein Haufen Information ueber ihn in dieser Folge geben.

Lohnt es sich, eine Karriere als Schauspieler einzuschlagen? Was meinst du?
Reggie: Es geht dabei weniger um die Karriere, mir geht es um die Kunst an sich. Diesen Beruf zu ergreifen ist schwer, man muss mit einer Menge Ablehnung fertigwerden, man hoert eine Menge "Nein"s ehe es das erste "Ja" gibt. Aber man muss immer am Ball bleiben, das ist das wichtigste. Man muss immer dafuer sorgen, den naechsten Job bereits in der Tasche zu haben. Man muss daran interessiert sein, auch noch das letzte Quentchen aus dem jeweiligen Charakter herauszuholen. Gerade wenn man in einer Fernsehserie arbeitet ist die Versuchung gross, einfach auf Auotpilot zu schalten, aber das ist ein grosser Fehler. Man kann den Charakter nur entwickeln, wenn man immer weiter graebt und baut, jede kleinste Entwicklung hat Auswirkungen, und die muss man kennen. Ich hatte das Glueck, die richtigen Lehrer zu haben, und mit den richtigen Leuten zusammenzuarbeiten. Gerade jetzt auch bei Grimm, wir alle haben Erfahrung, wir sind alle schon ein kleines bisschen aelter. Und, ganz ehrlich, je aelter ich werde, desto interessanter werden die Rollen, die mir angeboten werden.

Ich denke gerade zurueck an die erste Staffel, als Wu Die Couchfuellung und all das andere Zeug gegessen hat. Hast du all das wirklich gegessen?
Reggie: Ja, ich habe das wirklich gegessen. Okay, ahm, es war nicht unbdingt, was man auf dem Bildschirm gesehen hat, was ich gegessen habe. Aber gegessen habe ich all das Zeug. Die Quarters waren aus Schokolade, gefaerbt mit silverner Lebensmittelfarbe. Der Edding war ... woraus werden Gummibaerchen gemacht? Also, er war aus Gummibaeren und aussen mit Schokolade ueberzogen. Der Teppich war ... Teppich und Zuckerwatte. Und die Bueroklammer war eine Bueroklammer, aber die habe ich nie geschluckt! Das lustige an der Sache mit dem Teppich war, die Special Effects Leute haben den Teppich praepariert, aber sie hatten nicht genug Zuckerwatte, also war da auch jede Menge Teppich. Als ich das sah sagte ich: "Ich sehe nicht, wie Wu sich da hinsetzt und die Zuckerwatte zwischen den Teppichfasern herauspickt. Der ist soweit, der weidet an dem Teppich!" Also hab ich das auch so gespielt - und dabei auch jede Menge Teppichfasern essen muessen. Wir konnten auch nicht wirklich pausieren, da die Szene mit der Rettung und der Heilung und so ja noch weitergeht, das wurde alles in einem Take gedreht. Als ich am naechsten Tag aufwachte, hatte ich von den Teppichfasern, die ich gegessen hatte, einen entzuendeten Rachen.

Um ein wenig das Thema zu wechseln. Koenntest du uns verraten, was es mit Kusewara auf sich hat und wie du zu deinem Engagement dabei gekommen bist?
Reggie: Kusewara ist eine Hilfsorganisation, die sich um Waisenkinder kuemmert in Afrika und auf den Philippinen. Aufgrunf meiner Beteiligung wurde das Gebiet auf die Philippinen ausgeweitet. Worum es geht? Im Endeffekt geht Kusewara in die Waisenhaeuser und bringt dort den Kindern auf spielerische Weise bei, an sich selbst zu glauben, damit sie spaeter im Leben als Erwachsene genug Selbstbewusstsein haben. Ich denke, das ist eine wirklich tolle Sache und ich freue mich schon sehr darauf, mehr und noch enger mit dieser Organisation zusammenzuarbeiten in der Zukunft.

Irgendwelche Projekte in naher Zukunft, ueber die du mit uns sprechen moechtest?
Reggie: Ahm, ja, da gibt es was, aber das ist noch zu tief in der Entwicklungsphase als das ich mehr darueber sagen koennte als dass ich wirklich gern daran arbeiten wuerde waehrend des Hiatus. Naja, wir alle hoffen, es wird ein Hiatus und dass wir eine vierte Staffel bekommen.

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